Kamerun

Westafika-Kamerun

Die Republik Kamerun ist ein Zentral- bzw. Westafrikanisches Land, zwischen Nigeria und Kongo sowie dem Atlantik und der Zentralafrikanischen Republik. Mit 475.000km² ist Kamerun etwa ein Drittel größer als Deutschland und hat ca. 20.500.000 Einwohner. Hauptstadt und Regierungssitz ist die zweitgrösste Stadt des Landes Yaundé. Die Größte Stadt Douala ist Hafen- und Handelsmetropole.

Mit seinen drei Klimazonen und verschiedensten geographischen Gegebenheiten ist es eines der vielseitigsten Länder Afrikas. Doch diese Vorraussetzungen waren auch der Grund für eine landwirtschaftliche Übernutzung der Böden und Ausbeutung der natürlichen Baumvorkommen, hauptsächlich durch westliche Industriekonzerne. Hinzu kommt die globale Klimaveränderung, die der traditionellen Landwirtschaft zu schaffen macht.

KamerunAus diesem Grund herrscht in Kamerun auch immer noch große Armut. Etwa 20% der Einwohner gelten als „unter der Armutsgrenze“ von 2 $ pro Tag. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf beträgt nur 1.268 $, im Vergleich dazu liegt das BIP/Pers. in Deutschland bei ca. 43.952 $. Diese finanzillen Probleme führen zu gringen Bildungschancen vieler Kameruner. 25% der Menschen sind trotz Schulpflicht noch Analphabeten. Hinzu kommen Hungerkrisen und Bevölkerungsmigration, die das Land in einigen Regionen praktisch ausbluten lassen. Mittlerweile lebt deshalb etwa 50% der Bevölkerung in Städten. Die Bevölkerung ist darüber hinaus sehr Jung. Geringe Lebenserwartung (51 Jahre, 2008) sowie eine hohe Geburtenrate (36 je 1000 Pers) bedeuten, dass 42% der Kameruner unter 15 Jahre und nur 4% über 65 Jahre alt sind. Armutindikatoren wie die landsspezifische durchschnittlichen Schuljahre (5,9) die Lebenserwartung, oder die Müttersterblichkeit haben aber nur vage Aussagekraft, da es große regionale Unterschiede gibt. Das Schlagwort: „Armut ist weiblich“, kann für Kamerun wie folgt ergänzt werden: „Armut ist weiblich, ländlich und bewohnt den Norden.“ Dort liegen auch die Gemeinden Bamenda und Bambui.

Eines der größten medizinischen Probleme in Afrika und speziell Kamerun ist natürlich AIDS. Ende 2001 waren rund 920.000 Personen in Kamerun mit dem HI-Virus infiziert. Davon zählten wiederum knapp 90% zur Altersgruppe der 15- bis 49-Jährigen. Frauen dieser Alterskategorie sind mit einem Anteil von 58% an den Infizierten überproportional betroffen. 2001 starben etwa 53.000 Menschen an AIDS. In Kamerun leben mehr als 200.000 AIDS-Waisen und Halbwaisen, die weniger als 15 Jahre alt sind. Darüber hinaus stecken sich täglich rund 600 Personen neu mit dem HI-Virus an.